Ohrkorrektur - operative Modellierung mit großer Wirkung

Besonders Kinder werden oft wegen abstehender Ohren gehänselt, was sie psychisch schwer belasten kann. In der Umgangssprache werden diese Fehlstellungen der Ohren als „Segelohren“ bezeichnet. Auch bei Erwachsenen können operative Ohrkorrekturen den Gesamteindruck signifikant verbessern. Bei diesen ästhetisch-plastischen Eingriffen geht es um das „äußere Ohr“, den sichtbaren Teil des Ohrs. Laut medizinischer Literatur sind ungefähr fünf Prozent weltweit von genetisch bedingten Fehlbildung der Ohren betroffen. Abstehende Ohren gehören zu den häufigsten Ohranomalien. Eine Otopexie (Ohranlegeplastik) ist, bei mehreren tausend Operationen jährlich im deutschsprachigen Raum, zu einem Routineeingriff geworden. Unter Otoplastik ist der Wiederaufbau der Ohrmuschel, z.B. nach Krankheit oder als Unfallfolge, zu verstehen. Um kein medizinisches Risiko einzugehen, sollten operative Korrekturen, auch die der Ohren, von einem speziellen Facharzt für plastisch-ästhetische Chirurgie durchgeführt werden.

Die Ohren erreichen bereits im Kindesalter (6 Jahre) bereits 70 bis 90 Prozent ihrer finalen Größe und die Form bleibt danach relativ stabil. Daher kann man abstehende Ohren, im Gegensatz zu anderen sich noch im Wachstum befindlichen Strukturen des Körpers, frühzeitig korrigieren. Geschieht dies noch vor der Einschulung, so können dem Kind verletzende Kommentare erspart werden, und sein Selbstbewußtsein kann sich ungestört von Hänseleien entwickeln. Bei Kindern sollte eine Operation nicht aus rein kosmetischen Gründen durchgeführt werden, sondern die Gefahr einer Beeinträchtigung der seelischen Gesundheit vorliegen. Mit Hilfe der plastischen Chirurgie können auch zu große Ohren verkleinert oder symmetrisch gestaltet werden. Besonders große oder zu lange Ohrläppchen können an die Kopfform angepasst werden. Eine solche Operation kann in jedem Lebensalter, mit lokaler Betäubung oder in Vollnarkose, durchgeführt werden. Bei jüngeren Kindern empfiehlt sich eine Vollnarkose für den ein bis zwei Stunden dauernden Eingriff. Es gibt verschiedene Operationsmethoden, wie die Schnitt-, Fräs-, Ritz- oder Nahttechnik. Anatomisch ist das äußere Ohr ein großer, mit Haut überzogener Knorpel. Diesem Ohrmuschelknorpel wird nach dem Schnitt, hinter dem Ohr oder in der Knorpelfalte, dauerhaft die gewünschte, individuelle Form gegeben. Selten treten danach Infektionen oder Blutungen auf und es kommt in der Regel auch zu keiner Beeinträchtigung des Hörvermögens.

Nach der operativen Ohrkorrektur wird zur Wahrung der Ohrform zunächst ein starrer, nach 2-3 Tagen ein elastischer Kopfverband (breites Stirnband) angelegt. Wenn die Operation auch ambulant durchgeführt werden kann, ist eine stationäre Aufnahme und ärztliche Betreuung von ein bis zwei Tagen zu empfehlen. Eine Arbeitsunfähigkeit bzw. die postoperative Unfähigkeit zur Teilnahme am Schulunterricht umfasst ca. drei bis vier Tage. Um ein ansprechendes kosmetisches Ergebnis nicht zu gefährden, sind nach der Operation einige Dinge zu beachten. Es ist wichtig, dass die Ohren sechs Wochen nicht umgeknickt werden und auf Sport sollte in dieser Zeit ebenfalls verzichtet werden. Drei Monate ist das Sonnenbaden und das Solarium zu vermeiden. Brillenträger sollten nicht den Bügel hinter das Ohr klemmen, sondern Kontaktlinsen tragen.

Nach ungefähr zwei bis drei Monaten ist das Endergebnis der Ohrkorrektur zu sehen. Für eine mögliche Übernahme der Kosten durch die Krankenkassen muss ein ärztliches Attest vorliegen, dass eine erhebliche psychische Beeinträchtigung durch die Fehlbildung der Ohren besteht. Davon sollte nicht unbedingt die Entscheidung für eine modellierende Operationen der Ohren beeinflusst werden, sondern eher durch den Gedanken an die damit gewonnene Lebensqualität.

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