Lesebrillen bei Alterssichtigkeit

Das gesunde menschliche Auge ist in der Lage, sich an so anzupassen, dass die Schärfe des Sehens auch bei unterschiedlichen Blickdistanzen erhalten bleibt. Diesen Vorgang nennt man Akkommodation, abgeleitet vom lateinischen Wort accomodare, das anpassen bedeutet.

Die Medizin bezeichnet nun das gesamte Spektrum, in dem sich das Auge maximal anpassen kann, als Akkommodationsbreite. Die „Gesamtbrechkraft“ des Auges umfasst 58 Dioptren (dpt). Dieses Anpassungsspektrum kann sich aber mit der Lebenszeit verringern. So kann sie bei älteren Menschen auf Werte unter 2 dpt fallen. Die damit verbundene Auswirkung auf die Gesundheit bedeutet eine Verminderung der Sehschärfe im Nahbereich. Erst ab einer Entfernung von einem halben Meter können in dem Fall Gegenstände deutlich erkannt werden.

Verantwortlich dafür ist die über die Jahre zunehmende Verdickung der Linsenschale im Auge. Der häufig dafür gebrauchte Begriff „Altersweitsichtigkeit“ ist medizinisch gesehen falsch, da es sich um keine „echte“ Weitsichtigkeit handelt. Die genauere Bezeichnung für Presbyopie ist „Alterssichtigkeit“.

Nur noch bedingt von den Krankenkassen und Ihrer Krankenversicherung bezuschusst können Sie sich beim Optiker das für Sie entsprechende Hilfsmittel anpassen lassen. Sie können auswählen zwischen reinen Lesebrillen oder einer Bifokalbrille, die durch unterschiedliche Schliffzonen einen, wie der Name schon sagt „Zweibereichsblick“ haben. In den letzten Jahren wurde dann die Gleitsichtbrille entwickelt, die aber noch etwas kostspieliger in der Anschaffung ist. Immer mehr Patienten greifen auch auf Mehrstärkenkontaktlinsen zurück. Erst wenige Jahre alt ist die Möglichkeit einer Implantation von Kunstlinsen. So gibt es für Sie die individuelle Lösung Ihrer Probleme.

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