Brustvergrößerung kontra?

Schönheitsoperationen generell, aber vor allem Brustvergrößerungen, erleben heutzutage einen wahren Boom. Neue Kliniken und Institute, vornehmlich Privatkliniken, schießen wie Pilze aus dem Boden. Patientinnen gibt es genug, so dass in vielen Kliniken mittlerweile im Durchschnitt 150-300 Brustvergrößerung pro Jahr vorgenommen werden. Ursprünglich in der Unfallmedizin entstanden, um Patientinnen mit Brustkrebs und nach Unfällen den Verlust von Brust und Brustgewebe zu ersetzen, wird der Großteil der Operationen heutzutage aufgrund von Schönheitsidealen durchgeführt. Doch nicht nur Frauen, die sehr unglücklich mit einer extrem erschlafften Brust, z.B. durch eine Schwangerschaft herbeigeführt, sind, sondern auch gerade junge Frauen und Mädchen, die ihren Busen lediglich als zu klein empfinden, suchen die modernen Schönheitskliniken auf. Brustvergrößerungen sind längst keine Hilfestellung mehr, sie sind ein Trend. Was früher nur besser betuchten Menschen möglich war, steht nun allen offen. Neue Finanzierungsoptionen machens möglich, so dass der neue Busen wie bei großen Versandhäusern auf Raten oder via Kredit gezahlt werden kann. Doch wie das Kredite Infoportal warnt kann dies auch zur echten Schuldenfalle werden, immerhin geht es hier nicht um ein neues Paar Schuhe, sondern eine Investition, die nicht selten die 5000 Euro Marke übersteigt. Und das Geld ist nicht das einzige, was es zu bedenken gilt. Trotz der zahlreichen Brustvergrößerungen pro Jahr ist solch ein Eingriff alles andere als Routine und Risiken gibt es genug, auch wenn diese gerne nur beiläufig erwähnt werden. Man muss bedenken, dass bei der Brustvergrößerung Fremdkörper eingesetzt werden und darauf reagiert jeder Mensch anders. Zwar wird das Implantat nur selten komplett abgestoßen, bei der Kapselbildung um das Implantat können aber gefährliche Fibrosen und Verhärtungen entstehen. Diese sind nicht nur unschön anzusehen, sondern meist auch schmerzhaft und müssen schnellstmöglich entfernt werden – ein Eingriff, für den die Patientin noch einmal tief in die Taschen greifen muss, denn Krankenkassen bezahlen auch diese Operation nicht, obwohl eine Kapselfibrose lebensgefährlich sein kann.

In jedem Fall sollte eine Brustvergrößerung gut durchdacht und am besten in mehreren Beratungsgesprächen besprochen werden. Denn auch wenn Werbung und Film alles perfekt darstellen, so hat die heutige Medizin noch immer ihre Grenzen und so auch das Ergebnis einer Behandlung. Daher sollte man gut gegeneinander aufwiegen, ob die Gefahr und die Schmerzen, die man auf sich nimmt, das Endergebnis wirklich wert sind. Und ob die Probleme, die zum Schönheitschirurgen führen, wirklich mit einer Brustvergrößerung abgetan sind, denn oft liegen sie noch viel tiefer.